Therapiehundearbeit

Therapiehundeeinsatz in Dülken

Das war los im Haus Bodelschwingh /  Hauszeitung 1 – 2016

Noch mehr Freu(n)de auf vier Pfoten

Wilma Foto Fr. Thyßen Eckhardt
Wilma Foto Fr. Thyßen Eckhardt

Im Treff unseres Hauses haben Hanka und Wilma am Sonntag, dem 21.2. die Herzen der Bewohner ganz schnell erobert. Hier weiß man den liebevollen und engagierten Einsatz des ehrenamtlichen Besuchs- und Therapiehundeteams sehr zu schätzen.

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Artikel in Fachzeitung MOVEO (Ztg. für Gesundheit, Sport und Pflege) Ausgabe Mai/Juni 2014

Eisbrecher auf vier Pfoten  –  Die Besuchshunde des DRK Krefeld

Fotos Moveo2Die nette, ältere Dame lächelt beseelt und fröhlich. Mit beiden Händen streichelt sie vorsichtig Wilmas weiches Fell. Die sechsjährige King Charles/Cocker Mix Hündin ist ein echter Berufsprofi und heute, wie an jedem ersten Sonntag im Monat, zu Gast in der Krefelder Seniorenresidenz „Bellini“. Aber Wilma ist nicht allein unterwegs. Sie hat ihre siebenjährige Freundin Hanka mitgebracht, eine freundliche, schwarze Labrador Retriever Hündin.

Auf den zweistündigen Besuch der verschmusten und schlauen Vierbeiner freuen sich die Bewohner der Seniorenresidenz immer ganz besonders. Wilma und Hanka sind für das Deutsche Rote Kreuz seit gut einem Jahr in Krefeld und Umgebung als Besuchs- und Therapiehunde unterwegs und verstehen sich prima: „Das ist auch eine unabdingbare Voraussetzung für den Einsatz in der Hundebesuchsgruppe. Beide Hunde müssen sich gut verstehen, einander vertrauen und nicht futterneidisch sein“, erklärt Daga Müge vom DRK Besuchshunde-Team.

In einer kleinen Gruppe von etwa 10 Bewohnern zeigen die Hunde in der Wohnküche der Einrichtung kleine Tricks, apportieren Gegenstände, werden gekämmt und gebürstet und bekommen ganz viel Streicheleinheiten. Die gemeinsamen Spiele mit den Hunden haben die Hundeführerinnen, Daga Mügge und Martina Aller so konzipiert, dass die Bewohner geistig und körperlich angeregt und ins Geschehen mit einbezogen werden. „Dabei werden das Gedächtnis, das Erinnerungsvermögen, aber auch die Sprachfähigkeit, Feinmotorik und die Problembewältigung der Senioren gefördert“ erläutert Martina Aller, während ihre Wilma gerade Leckerchen sucht, die die Bewohner in kleinen Döschen und Bällen versteckt haben. Danach verteilt Labrador Hündin Hanka mit einem Körbchen Karten an die Senioren. Darauf stehen Sprichwörter, die es zu vervollständigen gilt.

Für jede gelungene Aktion erhalten die Hunde Streicheleinheiten und eine Belohnung. „Leckerchen zu verteilen macht natürlich Spaß, den Hunden sowie den Bewohnern“ betont Frau Thyßen-Eckhardt, Leiterin des Betreuungsdienstes in der Bellini Seniorenresidenz. 

Die beiden Hundeführerinnen achten unterdessen immer ganz genau auf die Körpersprache und die Reaktionen ihrer wuscheligen Schützlinge: „Wichtig ist es frühzeitig zu erkennen, ob die Hunde
noch fit und nicht überlastet oder gestresst sind, denn so ein Einsatz ist für Hunde – und auch für uns – schon sehr anstrengend.“, gesteht Daga Mügge. Besuchs- und Therapiehund sein will deswegen auch gelernt sein.

Beim Krefelder Kreisverband des DRK haben die beiden Hunde und ihre Hundeführerinnen das notwendige Zertifikat erworben. Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Besuchs- und Therapiehundeführer dauert dort ein halbes Jahr, erklärt DRK Kreisgeschäftsführerin Sabine Hilcker. „Die Hunde müssen einen Eignungstest bestehen. Es wird festgestellt, ob die Tiere wesensfest und stressresistent sind. Die Hunde sollten nicht schreckhaft sein und auch bei lauter Geräuschkulisse und umherfahrenden Rollatoren die Ruhe bewahren.“ Aber nicht nur die Hunde müssen in der Ausbildung etwas lernen, sondern natürlich auch die Hundeführer: „Diese bekommen eine Ausbildung im Umgang mit älteren Menschen, Demenz und psychischen Erkrankungen“, so Hilcker weiter. Die ehrenamtlichen Hundeführer des DRK besuchen mit ihren Hunden derzeit verschiedene Altenheime in der Region. In Zukunft soll dieses Projekt aber auch als ambulanter Besuchsdienst ausgeweitet werden, verrät die DRK Kreisgeschäftsführerin: „Es gibt eben sehr viele Menschen, die zuhause einsam und alleine sind und wo die Besuchshunde positiven Einfluss nehmen können.

In der Seniorenresidenz „Bellini“ weiß man den liebevollen und engagierten Einsatz des Besuchs- und Therapiehundeteams zu schätzen: „Tiere nehmen den Menschen so an wie er ist“, unterstreicht die Leiterin des Betreuungsdienstes, Beate Thyssen-Eckhardt, „Hunde kennen einfach keinerlei Vorurteile. Sie sind Eisbrecher, Spannungslöser und Bedürfnisaufdecker. Sie sind geduldig, menschenorientiert und zärtlich.

In der Wohnküche der Seniorenresidenz haben Wilma und Hanka die Herzen der Bewohner ganz schnell erobert. Eine Stunde mit den freundlichen Vierbeinern ist schnell vorbei, aber es lohne sich immer wieder, wenn man die positiven Reaktionen der älteren Herrschaften sieht, betonen die beiden Hundeführerinnen.

Am Ende des Vormittages sind alle rundum zufrieden. Wilma und Hanka sind mittlerweile auch ein bisschen müde und erschöpft. Sie freuen sich nun auf ihr wohlverdientes Mittagsschläfchen im heimischen Körbchen. Und die Bewohner in der Seniorenresidenz „Bellini“ freuen sich schon auf den nächsten Besuch von Wilma und Hanka.

René Schatto

Text und Bilder René Schatto

Unser heutiger Betteinsatz im Altenheim

Oma im BettHeute hatten Hanka und ich wieder unseren Therapiehundeeinsatz in einem Altenheim. U.a. trafen wir bereits auf dem Flur einen Bewohner, den ich unbedingt heute besuchen wollte. Nach kurzem Gespräch wechselten wir um in das Zimmer des Bewohners, der, ehe ich begriff was geschah, Hanka auf sein Bett hüpfen liess. Ich war geschockt, denn noch nie hatte ich zuvor Hanka auf ein Bewohnerbett gelassen. Schnell machte ich Hanka unmissverständlich klar, dass ich das nun wirklich nicht zulassen konnte. Der Bewohner liess aber nicht locker, er wollte Hanka unbedingt zum Schmusen auf seinem Bett haben. Also holte ich meine große Decke aus der Tasche, legte sie auf`s Bett  und erlaubte Hanka auf das Bewohnerbett zu springen. Was nun folgte war eine große Krabbel- und Schmuseeinheit, in der sich Hanka sofort auf die Seite schmiss und mit dem Kopf in den Händen des Bewohners kuschelte – ganz genau so, als würde sie sich jeden Tag bei mir im Bett ihre Schmuseeinheiten abholen. Ich war fassungslos – liess Hanka dann aber doch gewähren. Noch nie zuvor habe ich gesehen, dass Hanka sich so  hingebungsvoll mit einer Fremdperson abgegeben hat – sie und der Bewohner haben im Gegensatz zu mir diesen Einsatz richtig genossen. Im Nachhinein wurde mir erst richtig bewußt, wie groß die Freude von Bewohner und meinem Hund in diesen Minuten wirklich gewesen ist!

Omaim BettEin weiterer Besuch bei einer Bewohnerin des Hauses beschäftigt mich auch jetzt noch nach vielen Stunden. Als ich das Zimmer der Bewohnerin mit Hanka betrat, redete die Dame mit wirren, nicht zusammenhängenden Sätzen auf mich ein. Da ich mir überhaupt keinen Reim dazu machen konnte, rief ich kurz die Stationsleitung ins Zimmer, die mir aber sagte, dass ich mir keine Gedanken machen solle, der Zustand der Dame sei nicht sonderlich ungewöhnlich.  Die Stationsleitung verliess dann das Zimmer und ich musste irgendwie handeln – gehen oder bleiben. Ich entschloss mich zu bleiben und entschied mich dafür, nun Hanka so zu positionieren, dass die im Bett liegende Dame Hanka sehen konnte. In dem Moment in dem die Dame Hanka erblickte, schaute sie mit riesig großen, geöffneten Augen Hanka an und rief mit ganz hoher, freudiger Stimme: „Mein Engelchen…..!“   Ich positionierte Hanka sofort auf einem Stuhl direkt am Bett der Dame und liess sie Hanka ausgiebig streicheln. Es war dann so, als hätte die Dame bei sich einen Schalter umgelegt. Ihre Sätze waren klar und zusammenhängend. Es entstand sogar eine kleine Diskussion zwischen mir und der Dame. Sie erzählte mir von ihrem Sohn und sagte, dass sie früher immer Hunde gehabt habe. Und dann wollte auch sie Hanka unbedingt in ihrem Bett haben. Also holte ich wieder meine Decke aus der Tasche und liess Hanka gewähren. Hanka genoss die Kuscheleinheiten sichtlich und legte ihren Kopf auf den Bauch der Dame. Mir wurde nicht erlaubt, dies zu verhindern! Sichtlich entspannt und fröhlich wiederholte die Dame mehrfach den Satz: „Was für ein schöner Tag heute“.  „Was für ein schöner Tag heute“. „Was für ein schöner Tag heute“! „Was für ein…

Während ich gerade dieses Erlebnis zu Papier bringe, bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut! Bei unserem heutigen Einsatz im Altenheim habe ich ganz besonders gespürt, dass Hanka und ich gebraucht werden!

Meine Therapiehundeausbildung mit Hanka beim DRK in Krefeld

Februar – Juni 2013

In den letzten Jahren hatte ich vergeblich versucht, in unserem Bereich eine qualifizierte Therapiehundeausbildung mit Hanka zu machen. Im Oktober 2012 wurde ich zufällig fündig, denn das Deutsche Rote Kreuz in Krefeld suchte für einen ersten Kurs interessierte Hundeführer mit Hund. Der Kontakt zu Herrn Weber vom DRK in Krefeld war schnell geknüpft und ich war bereit, die Vorgaben des DRK anzuerkennen (z.B. zusätzliche Belegung eines zweitägigen Erste Hilfe Kurses + Auffrischung alle 2 Jahre und spätere Therapiehundearbeit nur in Einrichtungen in Krefeld, etc.). Das war u.a. Bedingung, da das DRK Krefeld alle Kosten für die Ausbildung der Hunde und Hundeführer, spätere Ausrüstung für Hund und Hundeführer, etc. übernahm.

Beim Vorgespräch im Dezember 2012 vor Ort waren fast 30 interessierte Hundeführer anwesend, von denen dann letztendlich 14 Teams zum Eignungstest eingeladen wurden. Der Eignungstest und die Ausbildung wurden von zwei externen Therapiehundeführerinnen vom DRK Landesverband Hessen durchgeführt.

9 Teams wurden dann nach dem Eignungstest zur Therapiehundeausbildung zugelassen, von denen dann leider noch 2 Teams am 2. Tag des 1. Trainingsmoduls (Theorie und Praxis) ausscheiden mussten. Die verbliebenen 7 Teams konnten nicht unterschiedlicher sein. Von „mini“ (Cocker Mix Spaniel) bis „XXXL“ (Landseer) war alles dabei.

Hilfreich waren uns bei der Ausbildung die beiden Therapiehundeausbilderinnen Elvira Reinmüller und Gudrun Ernst vom DRK Landesverband Hessen, die sich in ihrer Freizeit unserer Weiterbildung stellten. Ganz herzlichen Dank euch beiden!

Prüfung THADer theoretisch-praktische Teil beinhaltete 50 Übungsstunden in Theorie und Praxis, in denen Hund und Hundeführer bewusst vielen Stresssituationen ausgesetzt wurden. Man wollte feststellen, ob die Hunde auch wirklich im Einsatz in absoluten Stresssituationen die Ruhe bewahren und keine Stresssymptome zeigen oder z.B. aggressiv auf Stresssituationen reagieren. So mussten z.B. alle Hunde gemeinsam vom ersten Tag an über Stunden während der theoretischen Stunden bei den Hundeführern unter dem Tisch liegen (egal ob Rüde oder heiße Hündin). Ich war überrascht wie problemlos das geschah!

An allen Tagen mit praktischen Übungen gab es ähnliche Situationen wie bei uns beim Wesenstest – wobei insgesamt die optischen und akustischen Reize an Einfallsreichtum nicht zu überbieten waren.

Während auf dem Wesenstest des DRC und LCD die Anzahl der optischen und akustischen Reize genau vorgeschrieben ist (3 opt. + 3 akust.), prasselten hier in den praktischen Sequenzen mehrfach auf kleinstem Raum (etwa 3m x 3m) gleichzeitig die von 8 Helfern „betriebenen“ Rasseln, Klappern und Tröten auf den Hund ein. In anderen Situationen mussten die Hunde zur Stressüberprüfung Situationen ertragen, die einer Bedrohung glichen (plötzlicher, unerwarteter Schubs in die Seite – fiktive, alkoholisierte Menschengruppe (mit echter, geöffneter Bierflasche in der Hand), die auf das Gespann zustürmt und das Team bedrängt – in schummrig dunklem Flur begegnete man einer auf einer Treppe sitzenden Person, die das Team kurz begrüßte und dann den Hund in seiner Augenhöhe anschrie – eine Kreisprobe, bei der der Kreis insgesamt 6 x geschlossen wurde und die Helfer beim letzten Schließen brabbelnd den Kreis schlossen, etc. Diese Bedrohungen des Hundes wurden bewusst provoziert, was z.B. in unseren Wesenstesten nicht erlaubt ist. Man wollte sicher sein, dass alle Hunde auch in extremsten Situationen Ruhe bewahren. Alle 7 Prüfhunde reagierten in diesen Situationen ruhig und gelassen.

Auch hierbei wollten die Ausbilder sicher sein, dass die Hunde in extremen, lauten Situationen ruhig und sicher reagieren, denn beim Einsatz in Einrichtungen mit Kindern oder auch geistig behinderten Personen kann der Lärmpegel extrem hoch sein, was für einen Hund evt. unheimlich und sehr bedrohlich wirken kann. Alle 7 Hunde meisterten diesen Teil mit absoluter Gelassenheit. „Hanka“ nannte man sogar die „Tiefenentspannte“.

Im 2. theoretisch-praktischen Teil fand dann bereits der erste fiktive Einsatz statt. Je zwei oder drei Teams müssen sich einer Gruppe von 8 Kindern in einem Sitzkreis stellen. Außerdem stand dann noch ein richtiger Einsatz unter Aufsicht der Ausbilder in einem Altenheim statt – insgesamt eine spannende, aber auch aufregende Situation für Hund und Hundeführer. Hanka meisterte all diese Situationen mit solch einer Gelassenheit, als hätte sie schon immer diesen Job gemacht.

Prüfung THA

In der Zeit zwischen Ausbildung der Teams und schriftlicher- und praktisch/mündlicher Prüfung mussten dann noch 3 Hospitationen in zwei unterschiedlichen Einrichtungen unter Aufsicht eines ausgebildeten Therapiehundeführers absolviert werden.

Insgesamt war die gesamte Therapiehundeausbildung eine spannende Zeit. Das Programm war umfangreich und straff geschnürt. Am 7. Juni fand dann die schriftliche Prüfung statt.

Der praktisch/mündliche Teil erfolgte dann am 8. Juni. Dieser Teil der Prüfung wurde von einer externen Prüferin/Therapiehundeführerin (Frau E. Schmidt) geprüft. Für den praktischen Teil mussten wir uns einen sog. Trick ausdenken. Dazu gehörten z.B. eine Rolle machen, Pfötchen geben, Schubladen öffnen, Jacke oder Socken ausziehen, winken, etc.

Da mich diese Aufgaben zu sehr an die Vermenschlichung meines Hundes erinnerte, habe ich lieber Hankas retrievertypische Anlagen gefördert und mit ihr andere Aufgaben einstudiert.

THAHanka begrüßte dann auf der Prüfung im praktischen Teil die Prüferin Frau Schmidt und meine fiktiven Patienten mit einem Korb im Fang, in dem Utensilien für unseren praktischen Part und ein Strauß Blumen steckten. Diese Blumen übergab Hanka dann zur Begrüßung einzeln an die Patienten weiter.

In unserem praktischen Teil mussten dann meine Patienten zu ihrer motorischen Förderung ein Dummy in einen etwa 3 m entfernten Eimer werfen. Alle Dummies musste Hanka dann aufsammeln und wieder zu meinen Patienten bringen. Für eine weitere Aufgabe, die die Wahrnehmungsfähigkeit meiner Patienten fördern sollte, hatte ich kleine Stoffsäckchen genäht, die z.B. ein Handy, zwei Kulis, Muscheln, Weinkorken, einen Flaschenöffner o.ä. enthielten. Für meine Patienten musste Hanka diese Säckchen dann jeweils einzeln meinen Patienten bringen. Die Patienten sollten dann diese betasten und erraten, um welchen Gegenstand es sich in dem Säckchen handelte.

Dieser letzte Teil der Aufgabe (das Tragen eines Handys, der Metallteile, der Kulis, Muscheln o.ä.) war für Hanka zunächst ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Besonders das Tragen der beiden Kulis in dem Säckchen war für sie recht mühselig, da sie die zwei Kulis beim Aufnehmen des Säckchens schlecht fassen konnte.Prüfung THA

Wegen des begrenzten Zeitplans für die Tricks konnte Hanka ihren Belohnungstrick leider nicht mehr ausführen. Ich hatte mit ihr geübt, dass sie sich über einen sog. Leckerchenball (Leckerchen werden über ein kleines Schiebertürchen im Ball eingelagert) selbst belohnen kann. Meine Patienten sollten dann zu ihrer Mobilitätsförderung den Ball mit Leckerchen bestücken. Um an die Leckerchen zu gelangen, gibt es für Hanka zwei verschiedene Kommandos. Auf das Kommando „schubs“ rollt Hanka den Ball auf dem Boden so lange, bis dieser die Leckereren frei gibt. Beim zweiten Trick mit dem Leckerchenball wird dieser versteckt und auf das Kommando „such verloren“ darf Hanka den Ball suchen, was für Hanka natürlich das allergrößte Highlight ist. Leider reichte die Zeit für diese beiden Tricks nicht mehr.

Die Prüfung haben alle 7 Teams bestanden.

Bei der Endbesprechung sagte die Prüferin dann, dass Hanka und ich ihr als Team am besten gefallen haben und dass sie Hankas Tricks am besten fand. Wir können also mit unserer Vorstellung zufrieden sein.

Wohin mich nun in Zukunft die Therapiehundearbeit führen wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es gibt so viele mögliche Einsatzgebiete – angefangen vom Einsatz in Alten- und Seniorenheimen, Kindertagesstätten, Hospizen, Rehakliniken, Behindertenwerkstätten, Einrichtungen für Schmerztherapien, Therapie-Assistenzhunde, etc. ….! In den nächsten Monaten werde ich in Ruhe abklären, welcher Einsatz mich ganz besonders reizen würde und für welchen Einsatz Hanka und ich besonders geeignet sind. Wir werden berichten!

Inzwischen sind fast zwei Jahre verstrichen, wir schreiben das Jahr 2015 und ich kann Bilanz ziehen:

Hanka ist für Einsätze aller Art sehr gut geeignet. Inzwischen arbeiten wir regelmäßig in zwei verschiedenen Altenheimen – entweder einzeln bei einem Einsatz auf dem Zimmer oder in einer Gruppe mit 10 – 12 Bewohnern. Der Einsatz in der Gruppe macht mir und Hanka ganz besonders viel Spass. Wir können mehr agieren und arbeiten im Team mit Martina und Wilma (Cocker/Spaniel Hündin), die gleichzeitig mit uns beim DRK in 2013 die Therapiehundeausbildung gemacht haben. Für die Einsätze im Bewohnerkreis überlege ich mir fortwährend immer wieder neue Spiele (inzwischen sind es fast 40), in die ich fast immer die Bewohner und auch die Hunde gleichzeitig mit einbeziehen kann. Wichtig ist dabei, dass die Bewohner geistig, mental und auch manuell gefördert und gefordert werden.

Das Wichtigste für mich ist aber, dass Hanka und ich im Team sehr viel Freude haben und dass wir mit unseren Einsätzen immer wieder ein Lächeln in die Gesichter der Bewohner zaubern können.

(alle Fotos S. und T.Weber)

Zeitungsartikel Tageszeitung Krefeld: Eignungstest beim DRK

Nach erfolgreichem Eignungstest: Therapiehunde-Ausbildung beim DRK Krefeld startet

Am Ende des Tages kamen elf Teams in die engere Auswahl für die Ausbildung zum Therapie-Hund: Viel los war am Samstag (23. Februar 2013) in der großen Fahrzeughalle des DRK Krefeld im Burchartz-Hof.
Timo Weber, der stellvertretende Kreisgeschäftsführer und selber Therapiehundführer, und eine Gruppe Therapiehund-Ausbilder des DRK Landesverbandes Hessen führten den Eignungstest Therapiehundeteam für Hund und Besitzer/-in durch. Insgesamt prüfte die Gruppe 14 Teams – und bei den Hunden war alles dabei: vom knuffigen Mops bis zu zwei behäbigen, wolligen Landseern. „Wir hatten im Vorfeld über die Krefelder Zeitungen angekündigt… dass wir das Thema Therapiehunde in die Krefelder ehrenamtliche Arbeit aufnehmen möchten und zu einem ersten Info-Abend waren sogar 29 Interessenten gekommen. Das ist eine tolle Resonanz“, freute sich Weber über den ersten Schritt. Der Eignungstest war jetzt der zweite Schritt – und angesichts der späteren Aufgaben sehr ausführlich: „Wir prüfen nicht nur, ob der Hund geeignet ist, sondern auch die Hundeführer werden geprüft und dann bei Eignung geschult, denn sie lenken den Hund ja später durch die Situationen“, erklärte Weber. Die Hunde mussten vor allem ihre Wesensfestigkeit, Gelassenheit und Gehorsam nachweisen. Die Tests begannen damit, dass die Prüfer verschiedenen Rollen annahmen und sich den Tieren näherten: THAAuf Krücken, mit einem Rollator oder im Rollstuhl – die Vierbeiner mussten zeigen, dass sie sich von den ungewohnten Anblicken und Berührungen nicht aus der Ruhe bringen ließen. „Wichtig ist z.B., dass der Hund nicht hochspringt und sich ruhig verhält, wenn der Rollator näher kommt. Außerdem muss er die Befehle der führenden Person befolgen“, erklärte Ausbilderin Gudrun Ernst den Hundebesitzern. Eine der ersten „Geprüften“ war die Viersenerin Andrea Bauten mit ihrem dreijährigen Landser Amadeus.
Sie wolle die Ausbildung mitmachen, weil „ich das eine tolle Sache finde. Mein Vater ist im Altenheim und wir nehmen Amadeus immer dorthin mit. Yvonne Delgado war mit Pelle, einem dreijährigen Mischling aus Collie, Schäferhund und Münsterländer zum Test gekommen. Sie sei selber in einer Förderschule tätig, in der die Betreuer unter anderem mit den verhaltensauffälligen Kindern zum therapeutischen Reiten gehen: „Wir sehen dann immer, wie ruhig die Kinder durch den Kontakt zu den Tieren werden“, berichtet sie. THAFür Daga Mügge, die seit Jahren Jagdhunde ausbildet und mit der Labrador-Retrieverhündin Hanka kam, ist das Thema Therapiehunde ein Wechsel in ein anderes Thema: „Ich möchte ehrenamtlich etwas machen und bin jetzt 64 Jahre alt. Das ist etwas anderes, das auch zu meinem Alter passt“, erklärte sie. Neben den praktischen Test mit den Tieren führten die Prüfer Gespräche mit allen Hunde-Besitzern, um zu schauen, ob deren Vorstellungen mit den letztlichen Anforderungen in der Ausbildung und der späteren Arbeit übereinstimmten. Die Arbeit sei nicht ohne – für Hund und Besitzer, erklärte Weber – auch wenn der eigentliche Besuch im Altenheim in der Regel nur eine Stunde dauere. Mit An- und Abfahrt, Vor- und Nachbereitung des Besuches für Hund und Hundeführer dauere ein Termin in der Regel mindestens drei Stunden „und die Hunde sind danach müde“, denn sie müssten mit ungewohnten Situationen und Reaktionen zurechtkommen. Die Therapiehunde-Besuche wirkten sich auf die alten Menschen sehr unterschiedlich aus – je nach Ausgangslage. Er habe es schon erlebt, dass Demenzkranke einfach wieder mehr Anteil an ihrer Umwelt nehmen, in einem anderen Fall habe eine Frau, die ihren Arm nach einer Schulter-OP nicht mehr bewegen wollte, dann doch wieder angefangen, mit dieser Hand den Hund zu streicheln. Andere Senioren trainierten die Feinmotorik der Hände, indem sie Leckerchen aus der Tasche holen und dem Hund geben.THA „Unser Hund Camillo klettert auch zu einem bettlägerigen älteren Menschen in das Bett, wenn gewünscht, und erreicht die Aufmerksamkeit über die Nähe“, berichtet Weber. Insgesamt war er mit den Ergebnissen des Testtages sehr zufrieden: Der erste Kurs findet jetzt am ersten und dritten April-Wochenende statt, es folgen Hospitationsstunden und die Prüfung sechs Wochen später. Um die Ausbildungen und die Ausstattung der Hunde und ehrenamtlich tätigen Besitzer zu finanzieren, ist das DRK auf Spenden angewiesen. Wer helfen möchte, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen – mit dem Vermerk „Therapiehunde“ wird das Geld nur hierfür verwendet, sichert er zu. Auch eine Spendenquittung wird ausgestellt.

Konto: Sparkasse Krefeld, BLZ 320 500 00, Konto 347 658