Zeitungsartikel Tageszeitung Krefeld: Eignungstest beim DRK

Nach erfolgreichem Eignungstest: Therapiehunde-Ausbildung beim DRK Krefeld startet

Am Ende des Tages kamen elf Teams in die engere Auswahl für die Ausbildung zum Therapie-Hund: Viel los war am Samstag (23. Februar 2013) in der großen Fahrzeughalle des DRK Krefeld im Burchartz-Hof.
Timo Weber, der stellvertretende Kreisgeschäftsführer und selber Therapiehundführer, und eine Gruppe Therapiehund-Ausbilder des DRK Landesverbandes Hessen führten den Eignungstest Therapiehundeteam für Hund und Besitzer/-in durch. Insgesamt prüfte die Gruppe 14 Teams – und bei den Hunden war alles dabei: vom knuffigen Mops bis zu zwei behäbigen, wolligen Landseern. „Wir hatten im Vorfeld über die Krefelder Zeitungen angekündigt… dass wir das Thema Therapiehunde in die Krefelder ehrenamtliche Arbeit aufnehmen möchten und zu einem ersten Info-Abend waren sogar 29 Interessenten gekommen. Das ist eine tolle Resonanz“, freute sich Weber über den ersten Schritt. Der Eignungstest war jetzt der zweite Schritt – und angesichts der späteren Aufgaben sehr ausführlich: „Wir prüfen nicht nur, ob der Hund geeignet ist, sondern auch die Hundeführer werden geprüft und dann bei Eignung geschult, denn sie lenken den Hund ja später durch die Situationen“, erklärte Weber. Die Hunde mussten vor allem ihre Wesensfestigkeit, Gelassenheit und Gehorsam nachweisen. Die Tests begannen damit, dass die Prüfer verschiedenen Rollen annahmen und sich den Tieren näherten: THAAuf Krücken, mit einem Rollator oder im Rollstuhl – die Vierbeiner mussten zeigen, dass sie sich von den ungewohnten Anblicken und Berührungen nicht aus der Ruhe bringen ließen. „Wichtig ist z.B., dass der Hund nicht hochspringt und sich ruhig verhält, wenn der Rollator näher kommt. Außerdem muss er die Befehle der führenden Person befolgen“, erklärte Ausbilderin Gudrun Ernst den Hundebesitzern. Eine der ersten „Geprüften“ war die Viersenerin Andrea Bauten mit ihrem dreijährigen Landser Amadeus.
Sie wolle die Ausbildung mitmachen, weil „ich das eine tolle Sache finde. Mein Vater ist im Altenheim und wir nehmen Amadeus immer dorthin mit. Yvonne Delgado war mit Pelle, einem dreijährigen Mischling aus Collie, Schäferhund und Münsterländer zum Test gekommen. Sie sei selber in einer Förderschule tätig, in der die Betreuer unter anderem mit den verhaltensauffälligen Kindern zum therapeutischen Reiten gehen: „Wir sehen dann immer, wie ruhig die Kinder durch den Kontakt zu den Tieren werden“, berichtet sie. THAFür Daga Mügge, die seit Jahren Jagdhunde ausbildet und mit der Labrador-Retrieverhündin Hanka kam, ist das Thema Therapiehunde ein Wechsel in ein anderes Thema: „Ich möchte ehrenamtlich etwas machen und bin jetzt 64 Jahre alt. Das ist etwas anderes, das auch zu meinem Alter passt“, erklärte sie. Neben den praktischen Test mit den Tieren führten die Prüfer Gespräche mit allen Hunde-Besitzern, um zu schauen, ob deren Vorstellungen mit den letztlichen Anforderungen in der Ausbildung und der späteren Arbeit übereinstimmten. Die Arbeit sei nicht ohne – für Hund und Besitzer, erklärte Weber – auch wenn der eigentliche Besuch im Altenheim in der Regel nur eine Stunde dauere. Mit An- und Abfahrt, Vor- und Nachbereitung des Besuches für Hund und Hundeführer dauere ein Termin in der Regel mindestens drei Stunden „und die Hunde sind danach müde“, denn sie müssten mit ungewohnten Situationen und Reaktionen zurechtkommen. Die Therapiehunde-Besuche wirkten sich auf die alten Menschen sehr unterschiedlich aus – je nach Ausgangslage. Er habe es schon erlebt, dass Demenzkranke einfach wieder mehr Anteil an ihrer Umwelt nehmen, in einem anderen Fall habe eine Frau, die ihren Arm nach einer Schulter-OP nicht mehr bewegen wollte, dann doch wieder angefangen, mit dieser Hand den Hund zu streicheln. Andere Senioren trainierten die Feinmotorik der Hände, indem sie Leckerchen aus der Tasche holen und dem Hund geben.THA „Unser Hund Camillo klettert auch zu einem bettlägerigen älteren Menschen in das Bett, wenn gewünscht, und erreicht die Aufmerksamkeit über die Nähe“, berichtet Weber. Insgesamt war er mit den Ergebnissen des Testtages sehr zufrieden: Der erste Kurs findet jetzt am ersten und dritten April-Wochenende statt, es folgen Hospitationsstunden und die Prüfung sechs Wochen später. Um die Ausbildungen und die Ausstattung der Hunde und ehrenamtlich tätigen Besitzer zu finanzieren, ist das DRK auf Spenden angewiesen. Wer helfen möchte, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen – mit dem Vermerk „Therapiehunde“ wird das Geld nur hierfür verwendet, sichert er zu. Auch eine Spendenquittung wird ausgestellt.

Konto: Sparkasse Krefeld, BLZ 320 500 00, Konto 347 658